Der Bergmann und sein Licht
Die Erzgebirgsweihnacht steht in engem Zusammenhang mit den Bergbautraditionen unserer Heimat. Der Silberbergbau, der vor allem für die rasche und flächendeckende Besiedlung des oberen Erzgebirges im 15./16. Jahrhundert verantwortlich war, sicherte den Menschen über Generationen hinweg ihren Broterwerb.
Wie vor Jahrhunderten, so hört man auch heute noch den alten Bergmannsgruß “Glück Auf”, der einerseits die Hoffnung des Bergmanns auf gute Ausbeute durch das glückliche Auftun der Erzgänge zum Ausdruck bringt. Andererseits schwingt in dem Gruß der Wunsch nach einer glücklichen Rückkehr aus dem Schacht. Das Licht stand im Mittelpunkt eines Bergmannlebens.
Licht war für den Bergmann ebenso notwendiges Arbeitsmittel vor Ort, wie Symbol für günstige Ausfahrt und Zukunft überhaupt. Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger wurden, brach für den Bergmann keine gute Zeit an. Fuhr er früh in den Schacht ein, war es noch dunkel. Unter Tage durchbrach nur das Flämmchen seiner Grubenlampe die Dunkelheit, und nach dem Ausfahren umfing ihn wieder die Finsternis. Ein Sonnenstrahl in den Wintermonaten war für den Bergmann eine seltene Erscheinung.
So erklärt sich seine Sehnsucht nach Licht, die sich in der volkskünstlerischen Umsetzung besonders im geschnitzten Leuchterbergmann manifestiert.
