Der bissige Nussknacker

Nussknacker aus dem ErzgebirgeVorläufer der uns heute bekannten Nußknacker gab es schon lange Zeit, denn Nüsse gehörten neben Äpfel, Pfefferkuchen und Zuckergebäck von jeher zum Schmuck des Weihnachtsbaumes. Um allerdings an den süßen Kern zu gelangen, mußte man die harte Schale der Nüsse knacken.

Seit Mitte des 17.Jahrhunderterts sind uns solcherart Nußbeißer bekannt. Auch im Erzgebirge stellte man Nußbeißer her. Die nach 1830 erhaltenen Exemplare verkörpern meist die Figur des Soldaten oder Landsknechts, speziell die des Husaren. Zum König mit Zepter und Krone und damit zum der uns heute allbekannten Figur, kam es erst durch Seiffener Spielzeugmacher. Es ist durchaus gerechtfertigt, das Spielzeugdorf Seiffen als den Geburtsort des erzgebirgischen Nußknackers zu bezeichnen.

Mit Vorliebe fertigte man Könige, Soldaten, Gendarmen und Förster, als Vertreter der Obrigkeit, an, die zumindest in der Weihnachtszeit die Nüsse für die armen Leute zu knacken hatten. Das Erscheinungsbild hat sich seit 1880 kaum geändert. Eine klare gedrechselte Grundform mit angeklebten Armen, Beinen, Füßen und Nase prägt ihr Aussehen. Auf einem Sockel stehend erhält er eine Bemalung in leuchtenden Farben. Der Rock ist mit Ornamenten sparsam verziert. Seit dem Ende der 50er Jahre verzeichnet man einen regelrechten Nußknackerboom und ist somit auch heute noch in jeder Weihnachtsstube zu finden.

Der Erzgebirgische Nußknacker wird mit Stolz auf vielen Märkten der Welt als typisch erzgebirgische Ware gehandelt.